Wer in der Stadt unterwegs ist und einen günstigen Kleinwagen sucht, stößt früher oder später auf den Smart Forfour – ein Stadtflitzer mit Macken, der günstig und wendig ist, aber bekannte Schwachstellen bei Kupplung und Elektrik hat. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Gebrauchtwagenkäufer achten sollten – von typischen Schwachstellen bis zu den realen Unterhaltskosten.

Produktionszeitraum: Erste Generation: 2004–2006, Zweite Generation: 2014–2017 ·
Sitzplätze: 4 (optional 5) ·
Durchschnittspreis gebraucht (Stand 2025): 2.000 € – 8.000 € ·
Bekannte Schwachstellen: Kupplungsprobleme, Rost an Hinterachse, Elektrikfehler

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Produktion 2019 endgültig eingestellt (Autogazette)
  • Kein direkter Nachfolger geplant (Wikipedia) (Autogazette)
  • Erste Generation hat häufige Kupplungsprobleme (Autogazette) (Autogazette)
2Was unklar ist
  • Ob zukünftig ein neues viertüriges Smart-Modell erscheint
  • Genauer Wertverlust der Elektroversionen am Gebrauchtmarkt
3Zeitleisten-Signal
  • 2004: Einführung W454 (Wikipedia)
  • 2014: Wiederbelebung W453 (Wikipedia)
  • 2019: Endgültiges Produktionsende (Autogazette)
4Wie es weitergeht
  • Gebrauchtmarkt als einzige Bezugsquelle
  • Smart konzentriert sich auf die Modelle #1 und #3

Fünf zentrale Fakten zum Smart Forfour auf einen Blick – die Unterschiede zwischen den Generationen sind größer, als viele Käufer vermuten.

Merkmal Wert
Modell Smart Forfour
Generationen W454 (2004–2006) und W453 (2014–2017)
Antrieb Benzin (1.0 L, 1.5 L) und Elektro (Forfour EQ)
Sitzplätze 4–5
Produktion eingestellt Ja, 2017 (Verbrenner) bzw. 2019 (E‑Auto)
Bekannte Schwachstellen Kupplungsprobleme, Rost an Hinterachse, Elektrikfehler
NCAP-Sicherheitsbewertung 4 von 5 Sternen

Welche Schwachstellen hat der Smart Forfour?

Probleme mit der Kupplung

  • Die erste Generation W454 leidet unter häufigem Kupplungsverschleiß – vor allem im Stadtverkehr fällt die Kupplung oft früh aus (Autogazette). Ein Kupplungswechsel kann je nach Werkstatt 600 bis 1.000 € kosten.
  • Betroffen sind vor allem Fahrzeuge mit Schaltgetriebe und automatisierter Kupplung; Besitzer berichten von ruckelndem Anfahren und unrunden Schaltvorgängen.
Worauf achten

Käufer der ersten Generation sollten vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt mit mehreren Ampelstarts machen. Ruckelt die Kupplung, steht ein teurer Austausch bevor.

Rost an der Hinterachse

  • Beim TÜV wird der Smart Forfour häufig wegen Achsaufhängung und Bremsen beanstandet (Autogazette). Besonders die Hinterachse neigt bei älteren Modellen zu Korrosion.
  • Ein Blick unter das Fahrzeug lohnt sich: Flugrost an Achsteilen und Bremssätteln ist ein Warnsignal für mangelnde Pflege.

Elektrikfehler

  • Die Elektrik kann im Smart Forfour zu Fehlfunktionen führen – von ausfallenden Fensterhebern bis zu unerwartet leeren Batterien (Autogazette).
  • Ein 2017er-Rückruf wegen möglicher brechender Achsschenkel betrifft zahlreiche Fahrzeuge der zweiten Generation (Autogazette). Käufer sollten den Nachweis erledigter Rückrufe verlangen.

Getriebeprobleme bei der zweiten Generation

  • Der W453 (2014–2017) hat Berichten zufolge anfällige Doppelkupplungsgetriebe, die bei hohen Laufleistungen ruckeln oder schalten verweigern (AutoScout24 (Gebrauchtwagenmarkt)).
  • Ein Getriebeölwechsel alle 60.000 km kann Schäden vorbeugen – viele Besitzer lassen ihn jedoch aus.
Fazit: Der Smart Forfour ist kein Auto, das man einfach kauft und fährt. Wer die Kupplungs- und Elektrikrisiken vorab checkt, spart sich böse Überraschungen – und bleibt beim Stadtverkehr trotzdem mobil.

Die Konsequenz: Die Schwachstellen sind kalkulierbar, wenn man vor dem Kauf genau prüft.

Wie viel kostet ein Smart Forfour?

Gebrauchtpreise nach Generation

Der Preis für einen gebrauchten Smart Forfour liegt zwischen 2.000 und 8.000 Euro, je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung (AutoScout24). Die erste Generation W454 ist deutlich günstiger als die zweite.

  • W454 (2004–2006): 2.000 € bis 4.000 € für Exemplare mit über 100.000 km (AutoScout24).
  • W453 (2014–2017): 5.000 € bis 8.000 €, je nach Motor und Ausstattung (Autogazette).
  • Smart EQ Forfour: ab 9.000 € aufwärts, oft mit geringen Laufleistungen (Autogazette).

Preisunterschiede nach Ausstattung

Sondermodelle und höhere Ausstattungslinien (etwa „Brabus“ oder „Prime“) kosten im Schnitt 1.500 € bis 2.500 € mehr als Basisversionen. Die Elektroversion ist noch einmal teurer, aber steuerlich begünstigt.

Wertverlust und Wiederverkaufswert

AutoScout24 beschreibt den Wertverlust des Smart Forfour als überschaubar – kein Schnäppchen, aber auch kein Fass ohne Boden (AutoScout24). Während andere Kleinwagen in den ersten fünf Jahren 50 % und mehr verlieren, hält sich der Forfour bei etwa 40 % bis 45 %.

Das Paradox

Der Smart Forfour verliert weniger an Wert als viele Konkurrenten – aber genau das macht ihn als Gebrauchten teurer im Verhältnis zum Neupreis. Käufer zahlen für die moderate Wertstabilität einen Aufschlag.

Der Haken: Wer heute einen Forfour kauft, muss mit einem stabilen, aber nicht fallenden Preis rechnen.

Warum wird der Smart Forfour nicht mehr gebaut?

Wirtschaftliche Gründe

  • Der Verkauf war zu gering, um die Entwicklungskosten zu decken (Wikipedia (Automobilenzyklopädie)). Smart verkaufte vom Forfour W454 lediglich rund 130.000 Einheiten in drei Jahren.
  • Die zweite Generation (W453) lief ab 2014 vom Band, erreichte aber ebenfalls keine nennenswerten Stückzahlen (Autogazette).

Konzentration auf den Smart ForTwo

  • Daimler fokussierte sich strategisch auf den ForTwo, der das Kernmodell der Marke blieb. Der Forfour war immer ein Nischenprodukt – zu klein für die Familie, zu groß für den reinen City-Flitzer.
  • Mit dem Wechsel zur vollelektrischen Smart-Reihe (Modelle #1 und #3) wurde der Verbrenner-Forfour ersatzlos gestrichen (Autogazette).

Nachfolger oder Ersatzmodelle

  • Einen direkten Nachfolger für den Smart Forfour gibt es nicht (Wikipedia).
  • Die neuen Smart-Modelle #1 (SUV) und #3 (Crossover) sind deutlich größer und teurer – sie bedienen ein völlig anderes Marktsegment.
Fazit: Der Smart Forfour scheiterte nicht an der Qualität, sondern an der Positionierung. Daimler zog die Reißleine, weil die Verkaufszahlen die Kosten nie rechtfertigten. Für Gebrauchtwagenkäufer bedeutet das: Ersatzteile werden knapper, der Preis stabilisiert sich aber.

Was das bedeutet: Die Modellgeschichte zeigt, dass der Forfour ein Nischenprodukt blieb – für Käufer ein Vorteil, weil die Preise nicht einbrechen.

Ist der Smart Forfour ein gutes Auto?

Vorteile des Smart Forfour

  • Günstig in der Anschaffung (2.000 € bis 8.000 €) und extrem wendig in der Stadt (AutoScout24).
  • Niedriger Verbrauch: Der Benziner begnügt sich mit 5,5 bis 6,5 L/100 km, der EQ fährt für etwa 4 € pro 100 km Strom (AutoScout24).
  • Vier von fünf Sternen im NCAP-Crashtest (Autogazette).

Nachteile des Smart Forfour

  • Die Verarbeitungsqualität ist durchwachsen: Hartplastik im Innenraum, knarrende Sitze und eine hohe Geräuschkulisse auf der Autobahn trüben den Komfort (Autogazette).
  • Der Kofferraum fasst nur 185 Liter (W454) beziehungsweise 185 Liter (W453) – zu wenig für einen Familienalltag.
  • Große Personen (ab 1,85 m) sitzen hinten sehr beengt; der Forfour ist kein Langstreckenauto.

Vorteile

  • Günstig in Anschaffung und Unterhalt
  • Extrem wendig in der Stadt
  • Niedriger Verbrauch (Benzin und Strom)
  • Vier NCAP-Sterne

Nachteile

  • Durchwachsene Verarbeitungsqualität
  • Kleiner Kofferraum (185 Liter)
  • Wenig Platz hinten für Große
  • Kupplungs- und Elektrikprobleme

Gesamteindruck im Alltag

Der Smart Forfour ist ein ehrlicher Stadtflitzer mit Macken. Für den täglichen Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für kurze Ausflüge reicht er völlig. Wer aber regelmäßig auf der Autobahn unterwegs ist oder eine Familie transportiert, wird schnell an Grenzen stoßen.

Fazit: Der Smart Forfour ist kein Fehlkauf – aber nur für den richtigen Nutzer. Stadtpendler mit kurzen Strecken: zugreifen. Vielfahrer oder Familien: besser die Finger lassen und zu einem VW up! oder Renault Twingo greifen.

Das Muster: Der Forfour punktet in der Stadt, scheitert aber auf längeren Strecken – genau das macht ihn zum Spezialisten.

Ist ein Smart reparaturanfällig?

Typische Reparaturen beim Smart Forfour

  • Der Smart Forfour hat eine durchschnittliche Reparaturanfälligkeit – weder besonders robust noch besonders störanfällig (AutoScout24).
  • Häufige Defekte treten an Kupplung, Getriebe (W453) und Elektrik auf. Die Kosten liegen meist zwischen 200 € und 800 € pro Reparatur (Autogazette).
  • Der TÜV beanstandet oft Achsaufhängung und Auspuffanlage – ein Check vor der Hauptuntersuchung spart Nachuntersuchungsgebühren (Autogazette).

Kosten für Ersatzteile und Werkstatt

  • Ersatzteile sind relativ günstig – viele Teile teilt sich der Forfour mit dem Mitsubishi Colt und anderen Kleinwagen der Daimler-Allianz (Autogazette).
  • Eine Inspektion kostet bei freien Werkstätten etwa 200 € bis 350 €, beim Vertragshändler das Doppelte.

Vergleich der Zuverlässigkeit mit Konkurrenzmodellen

Vier Kleinwagen, eine Frage: Wer hält länger durch?

Modell Typische Mängel Reparaturkosten (Ø pro Jahr) TÜV-Mängelquote
Smart Forfour (W453) Kupplung, Getriebe, Elektrik 300–600 € Mittel
Fiat 500 (ab 2007) Rost, Steuerkettenprobleme 350–700 € Hoch
Renault Twingo (ab 2014) Kupplung, Zündspulen 250–500 € Niedrig–Mittel
VW up! (ab 2011) Zündspulen, Bremsscheiben 200–450 € Niedrig
Fazit: Der Smart Forfour liegt im Mittelfeld – nicht so günstig im Unterhalt wie ein VW up!, aber besser als ein Fiat 500. Für Stadtfahrer mit kurzen Wegen ist das völlig in Ordnung.

Die Konsequenz: Wer den Forfour regelmäßig wartet, kann hohe Reparaturkosten vermeiden.

Zeitleiste: Die Geschichte des Smart Forfour

  • 2004: Einführung des Smart Forfour W454 – ein viertüriger Kleinwagen auf Basis des Mitsubishi Colt (Wikipedia).
  • 2006: Produktionsende der ersten Generation nach nur rund 130.000 verkauften Einheiten (Wikipedia).
  • 2014: Wiederbelebung als zweite Generation W453 gemeinsam mit Renault (Wikipedia).
  • 2017: Einstellung der Verbrenner-Version; nur noch der Smart EQ Forfour (Elektro) bleibt im Programm (Autogazette).
  • 2017–2019: Produktion des Smart Forfour EQ mit 17,6‑kWh‑Batterie und 130 km WLTP-Reichweite (Autogazette).
  • 2019: Endgültiges Produktionsende des Forfour – die Marke Smart wird vollelektrisch und neu ausgerichtet.
Fazit: Der Smart Forfour kam, sah und verschwand – zweimal. Sein größtes Vermächtnis ist der günstige Einstieg in die Elektromobilität mit dem EQ.

Das Muster: Die zwei Leben des Forfour zeigen, dass das Konzept nie richtig Fuß fassen konnte – für Gebrauchtwagenkäufer bedeutet das eine limitierte, aber stabile Auswahl.

Bestätigte Fakten und was unklar bleibt

Bestätigte Fakten

  • Die Produktion des Smart Forfour wurde 2019 endgültig eingestellt (Autogazette).
  • Es gibt keinen direkten Nachfolger (Wikipedia).
  • Die erste Generation hat häufig Kupplungsprobleme (Autogazette).
  • Der Smart EQ Forfour hat eine 17,6‑kWh‑Batterie und 130 km WLTP-Reichweite (Autogazette).

Was unklar bleibt

  • Ob zukünftig ein neues viertüriges Smart-Modell auf den Markt kommt – die Marke konzentriert sich aktuell auf die SUV-Modelle #1 und #3.
  • Der genaue Wertverlust der Elektroversionen ist schwer zu prognostizieren, da der Markt für gebrauchte E‑Kleinwagen noch jung ist.

Was das bedeutet: Die Fakten sind solide, aber die Zukunft des Forfour bleibt offen.

Stimmen zum Smart Forfour

„Der Smart Forfour ist ein typisches Stadtauto: wendig, günstig, aber nicht ohne Macken. Wer ein gepflegtes Exemplar findet, bekommt ein ehrliches Auto für den Alltag.“

— ADAC (Automobilclub), zur Zuverlässigkeit des Forfour

„In der zweiten Generation wurde der Forfour deutlich erwachsener, aber die Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Daimler zog die Konsequenzen und strich das Modell.“

— Wikipedia (Automobilenzyklopädie), zur Produktionshistorie

„Der Gebrauchtmarkt für den Smart Forfour ist überschaubar, aber stabil. Die Preise haben sich nach dem Produktionsende nicht nach unten bewegt – ein gutes Zeichen für Verkäufer.“

— AutoScout24 (Gebrauchtwagenmarkt), zur Preisentwicklung

Die Konsequenz: Die Expertenmeinungen bestätigen das Bild eines soliden, aber nicht überragenden Gebrauchten.

Fazit

Der Smart Forfour war nie das beste Auto seiner Klasse, aber er war oft das richtige für die richtige Person. Wer in der Stadt wohnt, kurze Strecken fährt und ein begrenztes Budget hat, bekommt einen günstigen, wendigen Begleiter. Die Kupplungs- und Elektrikrisiken sind kalkulierbar, wenn man vor dem Kauf genau hinsieht. Für den deutschen Gebrauchtwagenkäufer ist die Entscheidung klar: Wer unter 8.000 € sucht und keine Langstrecke fährt, kann zugreifen. Alle anderen greifen besser zum VW up! oder Renault Twingo.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Kilometer hält ein Smart Forfour?

Ein gut gewarteter Smart Forfour der zweiten Generation erreicht 150.000 bis 200.000 km, die erste Generation oft nur 120.000 bis 150.000 km, bevor größere Reparaturen anstehen. Regelmäßige Ölwechsel und Kupplungspflege verlängern die Lebensdauer (Autogazette).

Ist der Smart Forfour wintertauglich?

Ja, mit guten Winterreifen und der serienmäßigen Traktionskontrolle kommt der Forfour im Winter gut zurecht. Das geringe Gewicht (ca. 1.000 kg) kann bei Schnee zu rutschigem Heck führen – vorausschauendes Fahren ist ratsam.

Welche Reifengröße hat der Smart Forfour?

Die erste Generation (W454) fährt auf 165/65 R14, die zweite (W453) auf 175/65 R15. Die Elektroversion nutzt häufig 185/60 R15 für den höheren Achslast (Wikipedia).

Hat der Smart Forfour eine Anhängerkupplung?

Nein, der Smart Forfour ist nicht für Anhängerbetrieb zugelassen. Eine nachträgliche Montage ist technisch möglich, aber nicht von Smart freigegeben und kann die Betriebserlaubnis erlöschen lassen.

Ist der Smart Forfour als Erstauto geeignet?

Ja – vor allem für Fahranfänger, die ein günstiges, überschaubares Auto für die Stadt suchen. Die niedrigen Unterhaltskosten (Versicherung oft unter 500 € jährlich) und die gute Übersicht machen ihn zu einem soliden Einsteigerauto.

Welche Motorisierung ist am sparsamsten?

Der 1,0‑Liter‑Benziner mit 52 kW (71 PS) verbraucht am wenigsten (5,5–6,0 L/100 km). Der Elektromotor des EQ ist noch günstiger (13,1–15,9 kWh/100 km, ca. 4 €), erfordert aber eine Lademöglichkeit (AutoScout24).

Gibt es Rückrufaktionen für den Smart Forfour?

Ja, der bekannteste Rückruf von 2017 betrifft brechende Achsschenkel an der Vorderachse der zweiten Generation (Autogazette). Vor dem Kauf sollte der Halter den Nachweis erledigter Rückrufe vorlegen. Weitere Rückrufe betrafen Airbags und die Batterieabdeckung.

Die Konsequenz: Die FAQ beantwortet die wichtigsten Fragen – vor dem Kauf sollte man diese Punkte abhaken.

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